logo Pg Großwallstadt Niedernberg

bibellesenAnregungen zum täglichen

Bibellesen

in Zeiten ohne Gottesdienst


Im Moment ist kein Gottesdienstbesuch möglich. Um Ihnen aber trotzdem eine Möglichkeit zur Besinnung und zum Beten zu geben, stellen wir Ihnen für jeden Tag das Tagesevangelium mit zwei Fragen zur persönlichen Beschäftigung mit dem Wort Gottes zur Verfügung.

Solch eine bewusste Zeit mit Gott könnte folgendermaßen aussehen:

  • Sammeln: Kerze anzünden; bewusst die Bibel aufschlagen bzw. den Text in die Hand nehmen; ein Gebet sprechen; den Text langsam und aufmerksam lesen; einen Moment Stille halten,um auf das zu lauschen, was ich gelesen habe
  • Begegnen: den Text und seine Besonderheiten möglichst genau mit Hilfe der 1. Frage wahrnehmen; den Text mit Hilfe der 2. Frage in Beziehung zu meinem Leben setzen
  • Weitergehen: die Lesung mit einem Gebet beschließen; noch etwas in der Stille verweilen; dann achtsam in den Tag/Alltag gehe

Gebet zu Beginn

Herr Jesus Christus! Du hast damals deinen Jüngern die Schrift erschlossen und ihnen die Augen geöffnet für deine Herrlichkeit. Sprich jetzt auch zu mir durch das Wort Deiner Wahrheit und die Liebe, dem ich in der Heiligen Schrift begegne und in dem Du selbst geheimnisvoll zugegen bist. Gib mir die Gnade des Heiligen Geistes, damit ich aus Deinem Wort erkenne, wer du bist und was Du von mir willst. Und gib mir den Mut und die Kraft, das Erkannte freudig zu vollbringen. Amen

Gebet am Ende

Herr Jesus Christus! Du bist das Licht der Welt und Du willst, dass ich selbst Licht werde für andere. Gib, das ich Deinen Namen verherrliche und allen, denen ich begegne, das Licht Deiner Wahrheit bringe. Lass in der Kraft Deines Wortes mein Leben zum Wort Deiner Liebe werden, zur Botschaft Deiner Freude. Amen.

 

Sonntag, 29.03.2020

Joh 11, 1-45

Ein Mann war krank, Lazarus aus Betanien, dem Dorf der Maria und ihrer Schwester Marta. Maria war jene, die den Herrn mit Öl gesalbt und seine Füße mit ihren Haaren abgetrocknet hatte; deren Bruder Lazarus war krank.

Daher sandten die Schwestern Jesus die Nachricht: Herr, sieh: Der, den du liebst, er ist krank. Als Jesus das hörte, sagte er: Diese Krankheit führt nicht zum Tod, sondern dient der Verherrlichung Gottes. Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden. Jesus liebte aber Marta, ihre Schwester und Lazarus. Als er hörte, dass Lazarus krank war, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt. Danach sagte er zu den Jüngern: Lasst uns wieder nach Judäa gehen. Die Jünger sagten zu ihm: Rabbi, eben noch suchten dich die Juden zu steinigen und du gehst wieder dorthin? Jesus antwortete: Hat der Tag nicht zwölf Stunden? Wenn jemand am Tag umhergeht, stößt er nicht an, weil er das Licht dieser Welt sieht; wenn aber jemand in der Nacht umhergeht, stößt er an, weil das Licht nicht in ihm ist. So sprach er. Dann sagte er zu ihnen: Lazarus, unser Freund, schläft; aber ich gehe hin, um ihn aufzuwecken. Da sagten die Jünger zu ihm: Herr, wenn er schläft, dann wird er gesund werden. Jesus hatte aber von seinem Tod gesprochen, während sie meinten, er spreche von dem gewöhnlichen Schlaf. Darauf sagte ihnen Jesus unverhüllt: Lazarus ist gestorben. Und ich freue mich für euch, dass ich nicht dort war; denn ich will, dass ihr glaubt. Doch wir wollen zu ihm gehen. Da sagte Thomas, genannt Didymus, zu den anderen Jüngern: Lasst uns mit ihm gehen, um mit ihm zu sterben! Als Jesus ankam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen. Betanien war nahe bei Jerusalem, etwa fünfzehn Stadien entfernt. Viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten. Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus sitzen. Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben. Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Jüngsten Tag. Jesus sagte zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das? Marta sagte zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll. Nach diesen Worten ging sie weg, rief heimlich ihre Schwester Maria und sagte zu ihr: Der Meister ist da und lässt dich rufen. Als Maria das hörte, stand sie sofort auf und ging zu ihm. Denn Jesus war noch nicht in das Dorf gekommen; er war noch dort, wo ihn Marta getroffen hatte. Die Juden, die bei Maria im Haus waren und sie trösteten, sahen, dass sie plötzlich aufstand und hinausging. Da folgten sie ihr, weil sie meinten, sie gehe zum Grab, um dort zu weinen. Als Maria dorthin kam, wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie ihm zu Füßen und sagte zu ihm: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Als Jesus sah, wie sie weinte und wie auch die Juden weinten, die mit ihr gekommen waren, war er im Innersten erregt und erschüttert. Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet? Sie sagten zu ihm: Herr, komm und sieh! Da weinte Jesus. Die Juden sagten: Seht, wie lieb er ihn hatte! Einige aber sagten: Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat, hätte er dann nicht auch verhindern können, dass dieser hier starb? Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt und er ging zum Grab. Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war. Jesus sagte: Nehmt den Stein weg! Marta, die Schwester des Verstorbenen, sagte zu ihm: Herr, er riecht aber schon, denn es ist bereits der vierte Tag. Jesus sagte zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen? Da nahmen sie den Stein weg. Jesus aber erhob seine Augen und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Ich wusste, dass du mich immer erhörst; aber wegen der Menge, die um mich herumsteht, habe ich es gesagt, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast. Nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! Da kam der Verstorbene heraus; seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt. Jesus sagte zu ihnen: Löst ihm die Binden und lasst ihn weggehen! Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, kamen zum Glauben an ihn.

 

1. Frage:

Welche Beziehung haben die Personen der Erzählung untereinander? Wie verhalten sie sich jeweils zu Krankheit und Tod des Lazarus?

2. Frage:

Gibt es eine Person in der Erzählung, der Sie sich nahe fühlen? Stellen Sie sich ein Gespräch mit ihr vor?

­